Back to the roots

05April2014

Nach meiner unglaublichen Zeit in Neuseeland habe ich die letzte Woche zur Abwechslung mal ganz ruhig in Sydney verbracht; dort, wo alles angefangen hat.. Es ist auch ein seltsames Gefühl, durch die Straßen zu wandern, mit dem Gedanken, dass ich hier und dort vor 6 Monaten schon mal stand, angekommen nach einem 25h Flug, den Kopf voll mit bunten Ideen meiner mir bevorstehenden Zeit und dem Reiz der Ungewissheit, was Australien mir alles bieten wird.

Nun stehe ich wieder an der Town Hall, laufe den Ciruclar Quay entlang, zwischen Opera House und Harbour Bridge, schlendere durch The Rocks und bin vollkommen überwältigt von dieser Metropole. Obwohl es zwischen Melbourne und Sydney diese Hassliebe gibt und man sich eigentlich ganz eindeutig für eine der beiden Städte entscheiden müssten, gefällt es mir an beiden Orten und ich könnte mich darauf nicht festlegen. Melbourne hat natürlich ein ganz anderes Flair und dient mir als zweite Heimat, weshalb ich mich dort eher Zuhause fühle als in Sydney, aber seht euch dieses Foto an; mir kann doch keiner erzählen, dass das nicht ein Wahnnsinnsbild ist! back in beautiful Sydney

Am Wochenende habe ich mich dann auch das erste Mal mit Lisanne getroffen, meiner Reisepartnerin für die nächsten 8 Wochen! Seit ca. einem halben Jahr haben wir zwar Kontakt, ab und zu mal geskypet und telefoniert, aber sich dann vis-a-vis zu sehen ist doch nochmal was anderes.. Dachte ich! Als wir uns Sonntag zum Stadtbummel verabreden ist es so, als würde ich mit einer alten Freundin spazieren gehen, da wir uns auf Anhieb prima verstehen! 

Die restlichen Tage verbringe ich ganz entspannt und muss auch einiges organisieren, bevor es morgen dann endlich losgeht. Teil 3 meines Australien-Abenteuers beginnt, denn sobald wir unseren Van abgeholt haben starten wir unseren Roadtrip die Ostküste hinauf bis nach Cairns, woopwoop! 

Kia Ora from New Zealand! Part2/South Island

28März2014

Tag 7:

Unbarmherzig klingelt der Wecker um 6 Uhr, wir schälen uns aus der Decke und unseren Schlafsachen und steigen auf die Vordersitze; um 8 müssen wir am Hafen sein, denn heute findet die große Überfahrt auf die Südinsel Neuseelands statt! 3 Stunden schippern wir über das Meer bis wir in Picton ankommen. Dort genehmigen wir uns erstmal unsere Sandwiches zum Lunch, bevor es weiter Richtung Nelson geht. Die schönste Überraschung überhaupt ist das Wetter; es ist so warm hier drüben, dass wir endlich mal wieder Shorts anziehen können! Eigentlich verwunderlich, denn die Gletscher hier auf der Südinsel sind im Winter ein Skiparadies.. 
Die Umgebung gefällt mir auf Anhieb gut und ich genieße die weite Aussicht über den Marlborough Sound (sogenannte Meeresarme) während wir einer geschlängelten Straße durch die Berge folgen. Die Städte sind auch hier relativ klein und die Dörfer natürlich umso winziger, trotzdem ist alles richtig hübsch gestaltet, als würden sich die Bewohner wirklich Mühe geben, ihren kleinen Ort von der Schokoladenseite zu präsentieren. Interislander Interislander

Unser nächstes großes Ziel ist der Abel Tasman National Park, der allerdings ein paar Stunden Fahrt von unserem derzeitigen Aufenthaltsort entfernt ist. Also machen wir uns in Motueka auf Unterkunftssuche und reißen uns fast gegenseitig die Köpfe ab, weil es vorne und hinten nicht passt. Bei einem Campingplatz sind keine Stellplätze mehr frei, der andere Holiday Park ist lächerlich teuer (zumindest für unser Budget).. Es ist zum Verzweifeln! Nachdem wir also ca. eine Stunde lang die einzige Hauptstraße in Motueka abgefahren sind, rauf und runter, rauf und runter, haben wir endlich einen Parkplatz gefunden – und das auch noch für umsonst! Auf einmal platzen wir fast vor guter Laune, wir säubern sogar unsere „Küche“, geben uns richtig viel Mühe beim Essen und gönnen uns ein Stückchen Schokolade. Manchmal meint es die Welt doch gut mit einem! 

 

Tag 8:

Asphaltierte Straßen reichen bis nach Marahau, von dort beginnt dann unser Fußmarsch. Pünktlich um 9 Uhr stehen wir auf dem Parkplatz vor dem Abel Tasman National Park, zwar relativ klein, aber definitv einer der schönsten in Neuseeland (vielleicht sogar weltweit?).
Die kühle Luft am Morgen treibt uns an und wir stapfen munter los, vom ersten Schritt an gefangen in der Schönheit unserer Umgebung. Wir wandern über Holzbrücken, über Trampelpfade durch Regenwald, vorbei an Wasserfällen und Bächen und natürlich immer mal wieder runter an die Küste in verschiedene Buchten. Jedes Mal denken wir: Wow, schöner kann’s gar nicht mehr werden. Aber jedes Mal werden wir überrascht und es kommt noch besser, als würde uns etwas Unsichtbares auf die Schulter tippen und sagen „Siehste, hab ich doch gesagt“.
Hier im Norden der Südinsel wird Zivilisation klein geschrieben; jede Blume, jeder Ast, jeder Stein wirkt, als gäbe es in der näheren Umgebung keine Menschen, alles ist total unberührt. Man traut sich kaum einen Fuß vor den anderen zu setzen, aus Angst, etwas Wundervolles zu zerstören, und doch ist die Neugier zu groß, den nächsten grandiosen Ausblick zu verpassen.
Nach 14 km kommen wir wieder am Parkplatz an, etwas erschöpft von unserer kleinen Wanderung und der aufkommenden Mittagshitze, dennoch überglücklich und in tiefster Zufriedenheit mit uns selbst.  Abel Tasman NP Abel Tasman NP Abel Tasman NP Abel Tasman NP

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“ zahlt sich dann auch endlich mal für uns aus, denn der Tag hat gerade erst begonnen! Voller Euphorie schwingen wir uns wieder ins Auto und machen uns auf den Weg zum Zipfel des Nordens, denn es heißt nun: Golden Bay, here we come!
Unterwegs begegnen uns niedliche Örtchen mit weniger niedlichen Namen (zB Onekaka, Tukura, Parapara, Milnthorpe, Pakawau oder besonders schön Puponga) bis wir endlich unser Ziel erreichen, den Wharariki Beach.
Die Frau im Infocenter sagte zwar, dass dieser Strand außergewöhnlich schön sei, aber wir dachten, es sei eben ihr Job das zu sagen. Pustekuchen, denn es stellt sich heraus, dass dieses Fleckchen Erde mit Abstand das Schönste ist, das wir jemals gesehen haben!
Um dort hinzugelangen führen uns Hinweisschilder zuerst über Schafs- und Kuhweiden, bei denen wir jeweils über kleine Holztreppchen über den Zaun klettern müssen, über kleine Bergkämme und saftig grüne Wiesen wie aus der Kerigold-Butter-Werbung, bis hin zu überdimensional großen Sanddünen, die die Bucht hinter sich verstecken und die Aufregung noch mehr steigen lassen. Nach all diesen wunderschönen Hindernissen kommen wir am Wharariki Beach an und ich muss ehrlich gestehen, dass mir die Worte fehlen, um zu beschreiben, was ich in diesem Moment gedacht und gefühlt habe – ich weiß, das könnt ihr euch bestimmt nicht vorstellen, weil ich mich sonst nie wirklich kurz fasse geschweige denn auf den Mund gefallen bin, aber diesmal muss die Stille für sich sprechen und ich hoffe, dass die folgenden Fotos wenigstens ansatzweise darstellen und euch begreifbar machen können, welche Wunder die Natur schaffen und wie atemberaubend schön diese Welt sein kann.  Wharariki Beach Wharariki Beach Wharariki Beach

 

Tag 9:

Obwohl viele von euch sicher denken, dass ich hier drüben den entspanntesten Alltag überhaupt verbringe, gibt es das Wort „ausschlafen“ im Backpackerleben nicht. Wir schlafen sobald es dunkel wird und stehen auf wenn die Sonne sich blicken lässt.
Um 7 klingelt der Wecker, um 8 sitzen wir wieder im Auto, denn heute steht uns eine der größten Strecken bevor, denn die befahrbaren Straßen an der Westküste beginnen erst in Westport. Genau da müssen wir hin, aber um dorthin zu kommen, müssen wir wieder den ganzen Weg zurück und durch’s Inland fahren, fast 4h. Mit Snacks, guter Musik und vor allem der niemals enden wollenden Schönheit der Natur ist die Fahrt aber auszuhalten. Wir machen noch eine kleine Pause in Upper Buller Gorge, wandern über die größte Hängebrücke Neuseelands und durch heimisches Buschland. Swingbridge Swingbridge
Wir fahren durch Westport durch bis hin zum nordwestlichsten Punkt, denn dort machen wir eine 2h-Wanderung zum Cape Foulwind. Wieder mal sind wir fasziniert und sprachlos von den Ausblicken, die sich uns entlang der Küste bieten. Auf der einen Seite das offene, heute ruhige Meer, ein unberührter Sandstrand, der die Wellen sanft in sich aufnimmt, dann steile Klippen, die in unserem Trampelpfad enden, um uns herum grüne Weiden, die mit Schafen, Kühen und Pferden bestellt sind, wunderschöne Wildblumen und –beeren, bis wir schlussendlich am Kapp ankommen, an dem uns ein weiteres kleines Wunder empfängt: unter uns versammeln sich mehrere kleine Robben auf einer Felsplatte, gemütlich in der Sonne räkelnd, spielend und manche von ihnen toben sich sogar in den Wellen aus. Ein weiteres Paradies, das sich uns in diesem Moment eröffnet. Jacky und ich sind vollends verliebt in Neuseeland (wobei uns die Südinsel total vom Hocker haut!) und schwärmen noch Stunden später von diesen Aussichten. Ich habe natürlich ganz viele Fotos gemacht, die mir in ein paar Jahrzehnten als Erinnerungsstütze dienen sollen, doch ich wünsche mir, dass ich solche Bilder auch für immer in meinem Kopf speichern kann. Ich habe noch nie solche schönen Landschaften gesehen, wie sie mir hier tagtäglich begegnen. In Naturschönheiten lässt sich NZ nichts nehmen!  Cape Foulwind Cape Foulwind Cape Foulwind

 

Tag 10:

Ein Ausflug ins Skigebiet steht auf dem heutigen Tagesplan und wir fahren nach Glacier Country, wo wir uns den Franz-Josef und Fox Gletscher anschauen wollen. Mit begrenztem Zeitrahmen stapfen wir ins Visitor Center und fragen schon ganz eingeschüchtert nach, ob es für uns überhaupt eine Möglichkeit gibt, diese zwei Riesen an einem Tag zu besichtigen. Nichts lieber als das, trötet uns die nette Dame hinter’m Schalter entgegen. Wir machen also jeweils einen Glacier Valley Walk, der uns so nah wie möglich an den Fuß des Gletschers bringt, so dass wir diese in voller Pracht bestaunen können. Und zu bestaunen sind sie wirklich! Obwohl es erst Herbst ist und auch noch nicht allzu kalt, kann man einen weißen Gipfel erkennen. Irgendwie ist es ein ganz komisches Gefühl, hier Schnee vor mir zu sehen, doch auf der Südinsel steppt im Winter richtig der Skihase und es wimmelt nur so von Ski- und Snowboardfahrern. Franz-Josef Glacier Fox Glacier Franz-Josef Glacier
Wir bleiben diesmal beim Wandern und genießen die Aussicht von unten.
Zum Abschluss des Tages treffen wir noch Marius, einen Schulfreund von Jacky, auf einen Kakao in einer urigen Holzhütte, da fühlt man sich wirklich wie im Skiurlaub! 

 

Tag 11:

4000. 6000. 8000. 12000ft.
Mit 15 Personen sitzen wir gegen 4 Uhr nachmittags in einem kleinen Flugzeug, dessen Schnauze bemalt ist wie die von einem Hai. Jacky, Dan und der Fotograf sitzen direkt an der Tür, JP, mein Fototyp und ich dahinter, nach uns reihen sich die anderen Paare auf.
Nach einer viertel Stunde Flugzeit schnallt JP meinen Gurt an seinen Anzug, wir setzen unsere Brillen auf und rutschen vor bis zur Tür. „All you have to think about is being a banana!“ Das heißt Kopf auf seine Schulter, Hände an meinen Gurt, Hüfte nach vorne, Beine unterhalb der Fußschiene außerhalb am Flugzeug. Zack, Jacky ist draußen, Jetzt bin ich dran. Ein verunsichertes Lächeln in die Kamera, bevor wir auf drei aus dem Flugzeug springen und für 45 Sekunden im freien Fall über Queenstown fliegen. Kurz nach dem Absprung denke ich, dass mein Herz kurz ausgesetzt hat, aber Adrenalin sorgt dafür, dass ich weiter atmen kann. Nach ein paar Sekunden habe ich mich mit dem Gedanken abgefunden, dass ich gerade einfach so aus einem Flugzeug gesprungen bin und jetzt durch die Luft fliege, wie ein Vogel ohne Flügel. Dieser Moment, als meine Füße das Trittbrett der Maschine verlassen haben, ist das unbeschreiblichste Gefühl, das ich jemals erlebt habe. Mein Kopf ist vollkommen leer, ich spüre für eine Sekunde lang nichts,, bis ich quasi wieder zu mir komme und auf einmal einen Sinn für das bekomme, was gerade geschieht. Über uns das Flugzeug, neben uns der Fotograf, unter uns Lake Wakatipu, Queenstown und die Bergkette der Remarkables. Freier als in diesem Moment kann man sich nicht fühlen und auf JP’s Frage, ob es mir gefällt, wie ich mich fühle, weiß ich erstmal keine Antwort, weil ich von dem Gefühl, der Tatsache an sich und der Aussicht total sprachlos bin. Langsam gleiten wir von rechts nach links und wieder zurück, da tauchen Jacky und Dan neben uns auf und wir halten in lockerer Atmosphäre in ca. 1000ft Höhe ein kleines Kaffeekränzchen. Nach ca. 3 Minuten geht es Richtung Landeanflug, wir drehen noch ein paar Loops und werden unten von den restlichen Mitarbeitern von NZone empfangen.
Vollgepumpt mit Adrenalin, das Grinsen ins Gesicht tätowiert und vollkommen zufrieden und glücklich schnallen wir unsere Gurte ab und gehen zurück in die Lagerhalle, um unsere Anzüge und Brillen abzugeben.  munter vorm Sprung 45secs free fall above Queenstown Superman, here we go! AWESOME SKYDIVE!!
Ich bin aber der Held des Tages, denn Denzil hat mir vor meinem Flug seine Mütze gegeben, die ich während meines Abenteuers stolz auf dem Kopf getragen habe! Applaudierend werde ich empfangen, Denzil ist heilfroh dass seine Wurmmütze auch wieder unten auf der Erde angekommen ist, aber natürlich noch erleichterter, dass es mir gefallen hat.
Noch Stunden nach unserem Skydive sind Jacky und ich total aufgedreht und können es kaum fassen, dass wir tatsächlich aus einem Flugzeug aus ca. 3,7km über dem Boden gesprungen sind.

Diesen Tag müssen wir natürlich gebührend abschließen, hocken uns mit traditionellem Dinner Fish&Chips auf eine Mauer direkt am Pier und gönnen uns zum Nachtisch noch einen Eisbecher im Patagonia.

All’ unsere Sinne sind beflügelt, wir fühlen uns glücklich und frei und stellen fest, dass wir wortwörtlich eine unbeschreibliche Zeit hier in Neuseeland verbringen. SWEET AS!

 

Tag 12:

Nachdem wir diese Nacht wieder fast erfroren sind im Van fahren wir noch mal nach Queenstown rein, frühstücken in aller Ruhe am Parkstreifen und fahren dann mit Skyline, der wohl bekanntesten Gondel Neuseelands, hoch auf den Berg um eine Aussicht auf die Stadt zu haben – nicht dass wir die nicht gestern vom Feinsten gesehen hätten, im Gegenteil! Aber trotzdem wollen wir dieser Sehenswürdigkeit eine Chance geben und werden nicht enttäuscht.  Queenstown; The Esplanade Skyline Sweet As!

Nachdem wir tagelang Glück mit dem Wetter hatten fängt es auf unserer halben Weltreise von Queenstown bis nach Te Anau und daran anschließend Milford Sound wieder an, wie aus Eimer zu schütten. Unsere Bootstour ist allerdings schon gebucht und bezahlt, also kommt gar nichts anderes in Frage, als dass wir uns durch den Regenguss kämpfen und das Beste hoffen.
Unser Skipper Dave und sein Gehilfe Dan behaupten, dass die Sounds bei Regen sogar viel schöner seien, denn dann könne man die Wasserfälle von den Bergen herabfließen sehen. Damit behalten sie Recht, denn als wir unsere Tour beginnen, können wir abertausende kleine Bachläufe sehen, die von den Gipfeln der Berge hinunter gleiten um sich dann mit dem Meer zu vereinen. Mit Kaffee und Keksen wärmen wir uns im Boot selbst wieder auf, nachdem wir auf Deck fast vom Wind umgestoßen wurden. Nach wie vor ist auch Milford Sound eine unvergleichliche Naturschönheit Neuseelands, die uns beeindruckt. Durch den Regen wird zwar unsere Sicht getrübt, jedoch nicht unsere Ansichten über das, was wir hier erleben. Milford Sound Milford Sound
Mittlerweile fällt mir die Vorstellung schwer, dass ich mich je wieder in Städten wohl fühlen kann, weil ich es so sehr genieße, jeden Tag an der frischen Luft in der freien Natur zu verbringen. Das habe hier sehr zu schätzen gelernt, auch wenn ich vorher schon nirgendwo lieber war, als meine Zeit draußen zu verbringen!

 

Tag 13:

Fast am Ende unserer Rundreise der Südinsel angekommen wollen wir es uns aber nicht entgehen lassen, bis an den Zipfel, nach Invercargill, zu fahren. Südlicher geht’s nur, wenn man entweder auf die Stewart Islands reist, was noch plausibel wäre, oder eben eine Expedition zur Antarktis, was weniger wahrscheinlich ist.
Es ist so kalt, dass wir den kalten Antarktiswind fast spüren können, lassen uns aber nicht davon abhalten, von den Höhen der Bluff Hills zum Lookout zu wandern; von dort aus kann man quasi die zerquetschten 5000km bis zum Südpol sehen!  Bluff Hill Bluff Hill

Heute waren wir also am südlichsten Punkt an dem wir je waren und wahrscheinlich auch je gewesen sein werden. Am Rande der Erde zu stehen gibt mir ein mulmiges Gefühl, auch wenn mittlerweile glücklicherweise bewiesen ist, dass unser Planet rund ist, aber vor ein paar tausend Jahren wäre mir sicherlich ganz komisch geworden bei dem Gedanken, jeden Moment „runterfallen“ zu können.

 

Tag 14:

An der Ostküste angekommen ist unser erstes Ziel Dunedin mit einer kleinen Überraschung, denn sobald wir einen Parkplatz gefunden haben, zieht es uns in die Cadbury Chocolate Factory! Für 20$ Eintritt wandern wir erst durch ein kleines Museum, in dem die Geschichte der Firma dargestellt wird, bis unser Tourguide, eine witzige kleine Frau, uns in die Himmelsstätten der Schokolade führt.
1,5h lang erklärt sie uns die Prozesse, wie Cadbury-Schokolade hergestellt wird, woraus sie besteht, wo die Zutaten herkommen usw. Das alles hätte für Besucher wie uns natürlich eher weniger Reiz, wären da nicht die kleinen Naschereien, die inklusive sind! An jedem Punkt der Fabrik, an dem verschieden Süßigkeiten hergestellt werden, bekommen wir eine Kostprobe und dürfen jedes Stückchen gleich probieren. Spätestens in diesem Moment sind wir im Himmel der Sünden angekommen. Das Wasser fließt uns im Mund zusammen und wir können uns kaum beherrschen, uns nicht vollkommen zu verlieren und in ein Schokoladentrauma zu verfallen.
Zum Abschluss trinken wir im Café noch heißen Kakao mit Karamel und Kokosnusssirup, schmelzen noch weiter dahin und beschließen dann, dass wir uns weiter auf den Weg machen müssen, ansonsten sterben wir wohl an einer Überdosis Zucker. Das ist übrigens der für uns einzig sinnvolle Weg zu sterben, damit sich das Ende noch gelohnt hat. Vollgestopft mit Schokolade ist ungefähr alles besser.  Cadbury Chocolate Factory Cadbury World

Mit gefühlten 10 Kilo mehr auf den Rippen gibt es unpassenderweise noch eine klitzekleine sportliche Aktivität für uns. In Dunedin befindet sich nämlich die steilste Straße der Welt, die Baldwin Street. Von unten sieht’s zwar nicht gerade eben aus, aber man würde nicht denken, dass es so anstrengend ist, eine normale Wohnstraße hoch zu laufen (kann natürlich auch an den Maßen an Schokolade liegen, die wir in uns reingestopft haben, aber das ist eine reine Vermutung!). Oben angekommen hat man eine wunderschöne Aussicht über die Berge im Hinterland Dunedins und wir sind doch glücklich, dass wir dieses Hindernis hinter uns gebracht haben.  Baldwin St reached the top!

 

Tag 15:

Die Distanzen an der Westküste werden immer größer, sodass wir immer mehr Zeit im Auto verbringen. Auch heute Morgen stehen erstmal 2h Fahrt an, bevor wir Mount Cook erreichen. Doch schon bevor der National Park beginnt kommen wir in den Genuss der atemberaubenden Natur; wir fahren eine lange, geschlängelte Straße entlang, direkt neben dem Asphalt grasgrüne Wiesen, auf denen entweder Schafe oder Kühe stehen, weiter hinten Hügel und riesige Berge, von denen manche Spitzen mit Schnee bedeckt sind, im Tal ein eisblauer See, in dem keine einzige Bewegung auszumachen ist. Bei solch einer Szenerie macht da die lange Autofahrt gar nichts mehr und wir genießen die Aussicht.
Am Berg angekommen starten wir mit Mittagessen im Rucksack unsere Wanderung, den so genannten Hooker Valley Walk. Dieser führt uns weiterhin durch die wunderschöne Berglandschaft, mit ständigem Fokus auf Mt Cook, auf einem relativ flachem, aber steinigem Weg. Ca. 1,5h stiefeln wir in strahlendem Sonnenschein durch das Alpincenter, bis wir am „Ziel“ angekommen sind. Vor uns erstreckt sich Mt Cook in voller Größe, davor ein schlammiger See, in dem mindestens 20 Eisblöcke schwimmen und sich von der Sonne nicht zu stören scheinen lassen. An dieser Ruheoase verbringen wir unsere Mittagspause, bevor der Rückmarsch ansteht.  Mt Cook Mt Cook

Mount Cook war der letzte naturtechnische Punkt auf unserer Neuseelandliste, denn morgen machen wir uns schon auf in den Endspurt, fahren nach Christchurch, verbringen den Vormittag dort, bevor wir nachmittags ins Flugzeug steigen und zurück nach Australien fliegen.
Dann müssen wir, Jacky und ich, uns voneinander verabschieden. Das wird seltsam, aber wir haben zumindest die Zukunft im Visier, denn in ca. 3 Monaten werde ich sie besuchen fahren! Aber wann wir Neuseeland wiedersehen, steht in den Sternen...

Tag 16:

Eine letzte Nacht verbringen wir in unserem Van, wachen morgens um 6 Uhr fast erfroren auf, essen ein letztes Mal Toast mit Erdnussbutter zum Frühstück, bevor wir auf die Vordersitze klettern und losfahren zu unserem letzten Ziel, Christchurch.
Wir verbringen den Vormittag in der Stadt, mit einem Moccachino in der Hand schlendern wir den Fluss entlang und schwärmen von den unbeschreiblichen Naturschönheiten, die wir in den letzten zweieinhalb Wochen zu Gesicht bekommen haben. Wie schnell die Zeit vergangen ist, das macht mir Angst. Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen, dass ich mich von meiner Gastfamilie verabschiedet habe und in den Flieger nach Hobart gestiegen bin. Doch mit einem Blick in den Kalender stelle ich fest, dass ich nun schon einen Monat auf Reisen bin!

Christchurch war eine wunderschöne Stadt, dessen bin ich mir sicher, doch aufgrund eines schweren Erdbebens im Jahr 2011 besteht die Innenstadt nur noch aus Trümmern, Baustellen und Restaurierungsarbeiten. Es riecht nach Zement, Staub und frischem Kaffee, dem Lebenselixir der Arbeiter.
Immer der Nase nach wandern wir also den Fluss weiter entlang, über die Memorial Bridge, die nur noch erahnen lässt, welche Bedeutung sie früher hatte, durch die Container Mall, über den Cathedral Square, wo man das Erdbeben wohl am heftigsten bemerkt, durch das Museum und die botanischen Gärten. Gedanken fliegen durch unseren Kopf; Verwirrung und tausend Fragen, was solch’ eine Naturkatastrophe aus einer Stadt, aus dem Leben der Bewohner, machen kann. Was bleibt noch übrig, wenn Wohnhäuser, Straßen, Parks und Repräsentationsgebäude einer Stadt zerstört sind?
Nichts desto trotz gefällt es uns. Sie macht den Anschein, als würden ihre Bewohner versuchen, das Beste aus ihrer aussichtslosen Situation zu machen. Die Absperrgitter der Bauarbeiten sind mit Bausteinen bestückt, die Blumen und Muster ergeben. Als könnte das Bankgebäude ein Kindergarten sein. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Unglück passiert..  Christchurch Rememberance Bridge Container Mall

Nach unserem Walk durch die Stadt müssen wir uns auf den Weg zum Flughafen machen, das Auto zurückgeben und uns dann verabschieden. Nach 2,5 Wochen Rundreise durch Neuseeland scheint es mir absurd, mich auf einmal von meiner Freundin Jacky zu verabschieden, mit dem Gedanken, dass wir uns erst in 3 Monaten in Deutschland wiedersehen. Uns bleibt noch ein bisschen Zeit und die letzten Dollar für ein Eis, wir tauschen die letzten Fotos aus und dann geht’s an den Abschied.
Den Kopf voll mit wunderschönen Erinnerungen halten wir uns in den Armen, winken ein letztes Mal und verschwinden zu unseren Gates.


Auf geht’s ins nächste Abenteuer, dorthin, wo alles begann. Sydney.

 

Kia Ora from New Zealand! Part 1/North Island

19März2014

Tag 1:

Nach 3,5h Flug und 2h Zeitverschiebung nach hinten komme ich Donnerstagabend in Auckland an, natürlich nicht, ohne vorher von der Sicherheitsbehörde einmal durchgecheckt zu werden. Um in Neuseeland als Besucher zugelassen zu werden, muss man im Flieger einen grünen Zettel mit allerlei Informationen über sich selbst und den Gepäckinhalt ausfüllen. Ob ich illegale Drogen dabei habe, nein, natürlich nicht. Tierische Produkte, dazu zählen auch Muscheln, ja, das waren Geschenke von den Jungs. Verpacktes oder unverpacktes, frisches oder konserviertes Essen. Ja, Timtams die ich auf dem Flug gegessen habe, ob sie lecker waren, klaro, stimme ich zu.
Sobald ich aus dem Terminal komme, wartet Jacky schon auf mich und ich freue mich unheimlich, meine Freundin endlich wiederzusehen. Die Busfahrt zum Hostel ins CBD vergeht durch unser Gequatsche wie im Flug; wir haben ja auch 2 Wochen Lebenszeit aufzuholen! Wir checken ein, laden unser Gepäck im wahrscheinlich chaotischsten Zimmer überhaupt ab und machen uns auf den Weg in die Stadt, auf erste Erkundungstour. Auckland Harbour
Sonnenuntergang am Hafen ist so theatralisch schön wie es klingt, dort auf einer Parkbank besprechen wir dann unseren Plan für den nächsten Tag. Nach Take-Away Pizza zum Abendessen geht’s noch ab unter die Dusche (wer weiß wann wir das nächste Mal eine zu Gesicht bekommen..) und dann ab ins Bett, der Wecker ist für 6 Uhr gestellt!

 

Tag 2:

Raus aus den Federn und rein ins Getummel. Als wir jedoch kurz nach 7 auf der Straße vor unserem Hostel stehen, scheinen wir die einzigen zu sein, die es eilig hatten aus dem Bett zu kommen. Wir haben aber auch einiges vor! Eine selbst zusammengeschusterte Walkingtour durch Aucklands CBD steht an, wir schlendern noch mal am Hafen und dem dazugehörigen Fischmarkt vorbei, durch Uni-Gelände und die botanischen Gärten bis hin zur Queens Street, auf der sich so gut wie alle Geschäfte befinden.
Nach diesen 2 Stunden Stadtwanderung muss ich leider feststellen, dass Auckland ein eher unschönes Reiseziel darstellt.. Vielleicht bin ich durch Melbourne etwas verwöhnt, aber enttäuscht war ich vor allem von den Grünanlagen, die den Namen Botanische Gärten einfach nicht verdient haben, aber auch der Aufmachung der Stadt; selbstdarstellende Gebäude wie die Bibliothek oder das Museum z.B. fand ich sehr ernüchternd.

Mit dem Shuttleservice lassen wir uns dann wieder zurück zum Flughafen bringen und werden dort von einem Mitarbeiter unserer Autovermietungsfirma abgeholt. Vor Ort schauen wir uns dann den Wagen an, Formalitäten werden geklärt und die erste Fahrt in unserer Kutsche endet beim Supermarkt; der Wocheneinkauf steht an.
Von Auckland aus fahren wir in den Westen und schauen uns den Piha Beach an, der mit einem gigantischen Felsen namens Lions Rock die Aussicht vollkommen für sich beansprucht, aber auch mit schwarzem Sand beeindruckt. Piha Beach
5km lang schlängelt sich die Straße weiter bergauf und wir halten kurz vor einem maroden Holzschild, das uns die Karekare Falls anzeigt. Versteckt im Wald finden wir einen kleinen aber wunderschönen Wasserfall vor, der uns für einen Moment die Schönheit der Natur Neuseelands vor Augen hält. Genau in diesem Augenblick bin ich angekommen und meine Erwartungen an die folgenden Tage steigt!  Karekare Falls

 

Tag 3:

Von Waihi, wo wir unsere erste Nacht im Campervan verbracht haben, fahren wir morgens bis nach Tauranga, um dort unsere Route zu ändern. Verfolgt von Pech in Form von schlechtem Wetter und sogar angekündigten Zyklonen, die über’s Wochenende einkehren sollen, müssen wir eines unserer Highlights, die Coromandel Peninsula, auslassen und fahren im strömenden Regen weiter Richtung Westen, um uns dort wenigstens eine der geplanten Attraktionen anzusehen.
Auf der Strecke dorthin machen wir jedoch noch einen kurzen Zwischenstopp auf einer Kiwi-Farm und probieren uns durch das gesamte Sortiment; von Handcreme und Gesichtslotion bis hin zu Kiwi-Marmelade und –saft sind wir total überzuckert und in diesem Zustand kaufen wir dann auch gleich eine Flasche Saft,  die momentan in der Kühlbox auf uns wartet.
In Waitomo angekommen lassen wir uns von Marc, einem älteren Herren mit angenehmer Hörspielstimme, durch die Glowwormcave führen. Wie auch in Tasmanien besteht diese aus Tropfsteinen, die schon seit Millionen von Jahren bestehen, aber ein As lässt er sich noch zusätzlich aus dem Ärmel ziehen. Wir werden auf ein kleines Boot geführt, das Licht geht aus und als wir in minutenlanger Stille den Fluss entlang schippern, wird die Decke der Höhle von tausenden kleinen Lichtern erfüllt. Wie im Märchen starren Jacky und ich nach oben und beobachten die Glühwürmchen bei ihrem Dasein, total fasziniert von der Schönheit, die uns verzaubert.

 

Tag 4:

Natürlich verschont uns auch heute der Wetterfrosch nicht und wir fahren schon im strömenden Regen weiter nach Rotorua. Mittlerweile haben wir uns allerdings damit abgefunden und versuchen, uns mit Schokolade und lauter Musik abzulenken und die gute Laune herbei zu beschwören.

Als wir aus dem Auto steigen, regnet es immer noch. Aber wir haben ein Ziel vor Augen, das wir uns auf keinen Fall verderben lassen wollen. „The world’s youngest geothermal area“ steht auf dem Programm, ein Naturhighlight namens Volcanic Valley. Mit großen Erwartungen starten wir unsere Tour durch das verheißungsvolle Tal der Wunder und werden kein bisschen enttäuscht. Ausgehend vom sogenannten „Frying Pan Lake“ schlängelt sich ein kleiner Fluss entlang unseres Fußweges, dessen Wassertemperatur muckelige 30-40 Grad Celsius beträgt. Umgeben von „mud pools“ und Mineralienablagerungen, die von blau über grün und gelb bis hin zu orange und rot schimmern,  verzaubert uns dieser Anblick mal wieder und man fühlt sich ein bisschen wie Alice im Wunderland oder Dorothy Gale aus „Die Zauberer von Oz“. Staunend watscheln wir wie Enten durch den Regen, vorbei an unzähligen Naturschönheiten, zu denen wir keinen Vergleich finden.  Frying Pan Lake Mud Pools Inferno Crater

Nach 1,5h Fahrt erreichen wir Taupo, steigen in ein kleines Schiffchen namens Ernest Kemp und lassen uns von Skipper Tommy über den Lake Taupo kutschieren. Plötzlich scheint es das Glück dann doch noch gut mit uns zu meinen und zwischen all den bösen dunklen Wolken zeigt sich die Sonne! Wie Rehe im Scheinwerferlicht schmeißen wir uns ans Bug, räkeln uns in den warmen Sonnenstrahlen und können fast zum ersten Mal wirklich genießen. Tommy unterhält uns mit neuseeländischen Humor bis wir zum eigentlich Hauptmerkmal der Bootstour kommen; einem in Stein gemeißelten Gemälde, das die Ureinwohner, Maori genannt, vor tausenden von Jahren dort angefertigt haben, als der See noch ein Vulkan war. Diese „Maori Rock Carvings“ mit dahinter stehenden Geschichten ziehen uns total in ihren Bann und wir sind so aufmerksam wie schon lange nicht mehr, als Tommy uns von der Vergangenheit der Maori erzählt.  Maori Rock Carving Lake Taupo

 

Tag 5:

Unsere Ausrüstung besteht aus einem riesigen blauen Regenmantel, einer Rettungsweste und einem Grinsen, das von einem Ohr bis zum anderen reicht. Als Jeremy uns auf’s Boot bittet, können wir unsere Aufregung kaum noch zurückhalten. Da wir mit Abstand die Jüngsten an Bord sind scheint er sich besonders zu freuen. Nach ein paar grundlegenden Informationen zum Gefährt, der Firma selbst und unserer eigenen Sicherheit geht’s dann endlich los: unsere Jetboattour an den Huka Falls in Taupo! An dieser Stelle erstmal tausend Mal Danke und mindestens genau so viele Küsschen an Jackys Mama Sabine und Papa Jens, die uns diese Erfahrung überhaupt erst ermöglicht haben – Ihr seid die Coolsten!
Zurück zum eigentlichen Thema.. Bevor unser Guide den Motor anmacht, schmerzen unsere Wangen schon vom Lachen, denn Jeremy präsentiert den neuseeländischen Humor vom Feinsten, vor allem, da wir auch ein paar Ozzies dabei haben (zwischen NZ und Australien besteht so was ähnliches wie eine Hassliebe, keine Frage).
Angespannt halten sich alle Mitreisenden an den Stangen fest, die uns davon abhalten sollen, bei vollem Speed in den Fluss zu fallen. Und dann geht’s auch schon los: volle Möhre rast J. auf Bäume und Äste, Schwäne und Enten zu, nur um im letzten Moment das Lenkrad rumzureißen, sodass wir von allen Seiten nass gespritzt werden. Jacky und ich jauchzen vor Glück und Freude und haben so viel Spaß wie schon lange nicht mehr! Weiter geht’s in Richtung der eigentlichen Attraktion, den Huka Falls. Von oben beobachten uns viele schaulustige Besucher und denken wahrscheinlich „Wie nett, so eine Schiffsfahrt“. Dieses Bild kann Jeremy natürlich nicht auf sich sitzen lassen, gleich darauf folgt seine drehende Handbewegung, die bedeutet, dass er das Jetboat einmal um seine eigene Achse drehen lässt und das Wasser nur so um uns herum wirbelt. Das alles kurz vor den Wasserfällen selbst bringt uns an die Spitze der Adrenalinzufuhr und wir sind vollends begeistert!  Huka Fall Speedboat Huka Fall Speedboat

Um wieder ein wenig runterzufahren von unserem Kick fahren wir in den Tongariro National Park und machen eine zweistündige Wanderung zum Taranaki Fall. Die Natur Neuseelands, mit ihren weiten Bergen, Weideland so grün wie sonst nirgendwo, kleinen Bächen und reißenden Flüssen raubt uns den Atem und wir sind gefangen von dessen Schönheit. Taranaki Falls Tongariro National ParkHier könnten wir tagelang wandern und würden uns nicht an einem Grashalm satt sehen, doch wir haben nun mal eine Expresstour vor uns, deshalb müssen wir leider schon wieder weiter Richtung Norden, denn das Ziel für den morgigen Tag ist Wellington!

 

Tag 6:

Bevor wir unseren persönlichen Cityguide in Wellington treffen, halten wir noch im Pukaha Wildlife Center, da wir Neuseeland natürlich nicht verlassen können, ohne das Wahrzeichen schlechthin gesichtet zu haben! Mit übergroßen Regenschirmen starten wir unseren Bushwalk bis zum Kiwi-House. Dort müssen wir erstmal ca. 3 Minuten in einem dunklen Vorraum stehen, um unsere Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen; die kleinen Vögelchen sind nämlich nachtaktiv. Irgendwann können wir wirklich ein Kiwi entdecken und sind sofort total entzückt von den flauschigen Dingern. Normalerweise sind Kiwis braun mit gelblichem Schnabel, doch dieses Kiwi-House hat eine besondere Attraktion, den einzig weißen Kiwi in „Gefangenschaft“. Dieses Wunderkind wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen, doch was entdecken wir? Die Kleine ist tief und fest am schlafen und macht nicht im Geringsten Anstalten, bald mal die Augen zu öffnen. Aber gesehen haben wir’s, das ist die Hauptsache!  Pukaha Wildlife Center Pukaha Wildlife Center

Wir sitzen auf einer Parkbank mitten in Wellington, auf der Cuba Street, als er auf uns zukommt. „Das Café dort drüben ist ganz gut, wollen wir uns dort hinsetzen?“. Cappucchinos und Kuchen sind bestellt, also kann der Klatsch beginnen. So seltsam es auch klingen mag, aber in Deutschland haben wir uns außerhalb der Schule ungefähr nie gesehen, aber nun schon zweimal auf einem anderen Kontinent; 2010 in New York und heute in Wellington! Mit Felix über alte Schulzeiten zu quatschen ist wie immer lustig, dazu gibt’s noch eine kostenlose Stadtführung.
Nachdem Jacky und ich sehr enttäuscht von Auckland waren, hatten wir schon gar keine Erwartungen mehr an Städte in Neuseeland. Im Endeffekt reist ja auch niemand hierher um sich Hochhäuser anzuschauen, es geht um die Natur! Trotzdem ist Wellington eine richtig hübsche Stadt, mit Hafen, Gassen, die zum Schlendern verführen, Te Papa (dem wahrscheinlich coolsten Museum auf der Welt),  botanischen Gärten, die man mit dem Cable Car erreicht und Aussichtpunkten über die gesamte Stadt wie zB Mount Victoria. Zum Abschluss gibt’s noch eine Pizza auf die Hand, bevor Felix zurück nach Hause muss und wir weiter zu unserem Campingplatz. Schön war’s!  Wellington Wellington; Wiedersehen mit Felix!

Tassie-Crew on tour

06März2014

Mein erstes Reiseziel ist Hobart, Tasmanien. Montagmorgen kommen Tobi, Verena und ich auf dem wahrscheinlich kleinsten Flughafen der Welt an und werden als allererstes von einer Robbenstatue auf dem Kofferband begrüßt. 
Mit meinem Backpack, der starke 17 Kilo wiegt, fühle ich mich wie ein Esel bei der Getreideernte, zusätzlich 7 Kilo Handgepäck und Schlafsack. Damit stapfen wir zum ersten Mal durch Hobart; eigentlich ein eher kleines Örtchen mit ein wenig Großstadtfeeling. Trotzdem gefällt es mir hier, mit einem kleinen Hafen und hübschen Gassen, die zum Schlendern verführen.

Mit weniger als 5 Stunden auf dem Schlafkonto sind wir allerdings eher nicht so motiviert sofort durch die Straßen zu stiefeln, deshalb verschlägt es uns zum Mittagsschlaf auf eine kleine Wiese oberhalb der Stadt, sodass wir einen ersten wunderschönen Ausblick auf Tasmaniens Hauptstadt haben. Nach 3 Stunden Warterei in der Sonne kommt endlich auch Jannis mit unserem Mietwagen an – entgegen aller Erwartungen eher kein Kombi.. Wir finden bis heute kein passendes Wort dafür, aber es ist definitiv kultig!  Hobart harbor Salamanca Place

Unsere erste Nacht verbringen wir auf einem Pfadfindercamp und ich werde ins kalte Wasser des Backpackerlebens geschmissen; wir müssen das Zelt für Verena und Tobi aufbauen, unser Gepäck im Kofferraum sortieren, Campingkocher und übrige Utensilien für’s Kochen vorbereiten. Das alles klappt erstaunlich gut, auch wenn ich am nächsten Morgen erstmal krumm aus dem Auto krabble, weil ich auf der Rückbank geschlafen habe. 

Sightseeing steht an und wir machen uns auf den Weg zurück in die Stadt. Da Hobart eher ein Dorf mit ein paar großen Häusern ist als eine richtige Stadt, haben wir die Highlights relativ schnell abgeklappert und kümmern uns um die weitere Route. Die Aussicht vom Mount Wellington über Hobart ist wahnsinnig schön und wir verbringen bestimmt eine Stunde dort, überwältigt von der Anfangseuphorie einer Reise.  Mt Wellington Tassie-Crew
Am Nachmittag geht’s auf nach Bruny Island, eine von vielen kleinen Inseln um Tasmanien herum, die nur 30 Minuten mit der Fähre entfernt ist. Noch weniger Population als dort gibt es wahrscheinlich nur im Outback, denn von den angeblich bestehenden 600 Einwohnern haben wir ca. 5 gesehen. Unser Schlafplatz für die Nacht ist ein Campingplatz am Strand; eine schönere Aussicht konnten wir uns bis zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen (aber es kommt noch besser, wartet ab!). Bevor ganz professionell und fast schon routiniert auf dem Gaskocher unser Abendessen zubereitet wird, wollen wir uns ein kleines Highlight der Insel aber nicht entgehen lassen; im the Neck Game Reserve wandern jeden Abend kleine Pinguine vom Wasser zurück aufs Land um ihre Babys zu füttern. Von dem erhöhten Lookout aus sieht man im Erdboden schon überall kleine Schlupflöcher, aus denen wir später die kleinen Pinguinbabys erspähen können, wie sie hungrig Ausschau nach Mama und Papa halten.  The Neck sunset at Bruny Island

„Psst.“

„Lisa? Bist du schon wach?“

„EY! Lass mal schwimmen gehen“

- so geweckt zu werden ist ungewöhnlich, also war ich ein wenig verwirrt, als Jannis mich aus meinen Träumen reißt. Aber diese Gelegenheit können wir uns wirklich nicht entgehen lassen! Bevor es also Frühstück gibt ziehen wir schnell unsere Badesachen an und rennen über den weichen Sand ins Meer. Ich hab mich gefühlt wie in einer Rasiererwerbung von Venus – aber nur, bis ich gemerkt habe, wie kalt das Wasser war. SO VIEL UNGEFÄHR! Nach viel Rumdrucksen und höhnischen Bemerkungen Jannis’ rede ich mir ein, dass das Wasser gar nicht so kalt ist und laufe einfach in die Wellen. Für einen kurzen Moment denke ich, dass ich erfroren bin, innerhalb von 2 Sekunden, aber das obligatorische Schnappatmen beim Auftauchen hat mich dann wieder fast beruhigt. Bruny Island swimming for breakfast

Weiter geht’s südlich die Insel hinunter nach Adventure Bay, Cape Bruny und Dennes Point, an denen wir jedes Mal die atemberaubende Natur Tasmaniens bewundern dürfen. Spätestens da merke ich, wie sehr ich das vermisst habe. 6 Monate in Melbourne gelebt zu haben ist unbeschreiblich cool, vor allem da es diese Stadt den Menschen einfach macht, sich dort wohl zu fühlen, nichts desto trotz bin ich mehr oder weniger ein Dorfkind, und genieße deshalb (wahrscheinlich mehr als meine 3 Mitreisenden) die Landluft auf Bruny Island.


  Adventure Bay Cape Bruny Cape Bruny
Leider geht es am späten Nachmittag auch schon wieder zurück auf’s Festland, denn wir haben für unseren Aufenthalt auf Tasmanien einen straffen Zeitplan. Am Seven Mile Beach erfreuen wir uns eines fast schon luxuriösen Campingplatzes mit sauberen Duschen, Toiletten mit Spülung und Gemeinschaftsküche – Ja, genau, über so was freuen wir uns mittlerweile schon!
Der nächste Punkt auf der Liste ist der Tasman National Park, dessen atemberaubende Schönheit eins unserer Highlights schlechthin wird! Bevor wir in den Park selbst hineinfahren, besichtigen wir noch einige Touristenpunkte, die uns der Reiseführer empfohlen hat. Tasman Peninsula Tasman's Arch Devil's kitchen Fossil Bay Lookout
Aber die eigentliche Hauptattraktion erwartet uns in Fortescue Bay, wo wir die Nacht verbringen. Der Campingplatz ist in einer Lichtung im Wald versteckt, ein paar Meter weiter führt ein kleiner Pfad über weißen Sandstrand zum Meer hinunter und eine verlassene Bucht erwartet uns, mit türkisblauem Wasser und weit und breit keiner Menschenseele. „Ein schönes Fleckchen Erde“, denken wir uns. Trotz Plumpsklo und sonst ungefähr nichts ist das bisher der schönste Ort, an dem wir uns befinden. Diese kleine verborgene Bucht hat etwas Magisches und ich bin total verzaubert von deren Ansicht.  Fortescue Bay Besuch beim Dinner
Beim Abendessen bekommen wir Besuch von einem kleinen Wallaby, das sich anscheinend nicht an unserer Anwesenheit stört, und uns am allerwenigsten.

Cape Hauy ist das Ziel am nächsten Tag und um dort hinzukommen, müssen wir ca. 4h (return) durch den Wald wandern. Nachdem ich 6 Monate so gut wie keinen Sport gemacht habe, war’s natürlich witzig, meine Kondition auf die Probe zu stellen. Aber der Ansporn und Stolz war zu groß um zu versagen! Oben angekommen ist der mühsame Weg aber ganz schnell vergessen und wir stehen alle mit offenen Mündern vor den Schluchten, die sich elendig lang die Klippen runterziehen bis ins offene Meer hinein. Wie der König der Welt fühl man sich ein kleines wenig, obwohl die Schwierigkeitsstufe nicht erwähnenswert ist, und trotzdem gibt es Leute, die noch eins oben drauf setzen. Zwischen zwei Klippen steht eine Art Steinsäule, und beim Fotografieren entdecken wir doch tatsächlich ein kleines Männchen, das vom Boot aus den ganzen weiten Weg bis nach oben hin geklettert ist – ohne Sicherung! Erstaunt, neidisch und beängstigt zugleich verfolgen wir seine Taten, bis es Zeit für uns wird, uns auf den Rückweg zu machen. 

 a long way up.. Cape Hauy Cape Hauy Cape Hauy Cape Hauy

Das Wochenende kommt und damit die Top 1 der Reiseziele in Tasmanien – der Freycinet National Park mit einem der schönsten Strände der Welt. Mit dem Auto dorthin zu fahren wäre ja öde, also stapfen wir wieder los, bepackt mit Snacks, Kameras und Badezeug. Nach ca. 1,5h Wanderung hoch zum Lookout und bis runter an den Strand erwartet uns ein Ausblick, der eins zu eins sonst nur auf Postkarten zu sehen ist. Hinter uns grünes Buschland, unter unseren nackten Füßen weißer Sand, vor uns Felsen, die aus dem Meer ragen und unfassbar klares Wasser. Ich habe das Gefühl ich bin im Paradies angekommen und für einen kleinen Moment vergesse ich alles, was bis dahin in meinem Kopf rumgeschwirrt ist, blende die restlichen Menschen neben mir aus und lasse mich in den Moment fallen, genieße die Aussicht und bin dankbar, solche Orte auf der Welt sehen und solche Erfahrungen machen zu dürfen.  Wineglass Bay Lookout Wineglass Bay Lookout Wineglass Bay Hazard Beach Wineglass Bay Wineglass Bay
Der Rückweg zum Auto führt uns über einige Bergkämme und am Hazard Beach vorbei, an dem wir Muscheln sammeln, die wir sonst nur aus dem Bilderbuch kennen. 
Ich kann gar nicht beschreiben, wie wunderschön die Aussichten bei unseren Wanderungen waren und es tut mir fast leid für all diejenigen, die nie in den Genuss kommen, so etwas zu sehen. Tasmanien hat mich für sich eingenommen und ich bin total verliebt!
Unsere Route führt uns weiter die Ostküste hoch Richtung Norden, da wir mit unserem Holiday-Pass so viele National Parks wie möglich besichtigen wollen. In St. Helens machen wir noch einen kleinen Zwischenstopp und schauen uns den „Geheimtipp“ (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an meine Travelmates) Bay of Fires an; eine Küste, deren Steine mit orange-roten Teppichen verlegt ist, verursacht durch Bakterien, Mineralien oder Pilzen aus dem Meereswasser. sunset in St Helens Bay of Fires Bay of Fires
Als einziger Touristenmonopol in diesem Ort sind wir natürlich nicht alleine, deshalb machen wir uns schnell weiter auf den Weg gen Norden zum Mt William National Park und weiter nach Launceston, der zweitgrößten Stadt Tasmaniens.
 Wie auch Hobart hat Launceston nicht allzu viel zu bieten, zumindest nicht für Reisende wie uns, da wir nur noch wenig Zeit übrig haben. Ein Spaziergang zur Cataract Gorge entlang des Zig-Zag-Tracks ist aber drin, also wandern wir los durch den Wald, über Brücken und vorbei am plätschernden Wasser. Der Spaß kommt dabei natürlich nicht zu kurz und Tobi amüsiert uns regelmäßig mit seinen Johann-König-Imitationen!  Cataract Gorge Cataract Gorge

Quasi vom Wind getrieben Richtung Westen ist das nächste Ziel Mole Creek. Wir hatten tagelang Glück mit dem Wetter, aber heute fängt es an zu schütten wie aus Eimern. Aber das ist nicht so tragisch, denn der Besuch einer Tropfsteinhöhle bewahrt uns vor dem Regen – jedoch leider nicht vor der Kälte.. Die Marakoopa Cave hat eine muckelige Temperatur von 9 Grad, sodass wir beim Betreten der Höhle erstmal scharf die Luft einziehen müssen. Sobald unser Tourguide jedoch die Türen zur Außenwelt schließt, geheimnissvoll beginnt von der Vergangenheit der Mole Creek Caves zu erzählen und die Tropfsteine mit Kunstlicht perfekt in Szene setzt, ist das Zittern fast vergessen, denn der Anblick ist magisch. Tausende oder gar Millionen von Jahren besteht diese unterirdische Schatzkammer schon, was faszinierend genug ist, aber um noch einen draufzusetzen, schaltet der nette Herr das Licht aus, sodass unsere gesamte Umgebung komplett dunkel wird. Ein wenig schwummrig wird mir, im Dunklen die Balance zu halten ist gar nicht so einfach wie man denkt. Doch dann, wie im Märchen, beginnt die „Decke“ an zu leuchten und wir kommen in den Genuss, die kleinen Glühwürmchen ganz unberührt zu beobachten und zu staunen, wie ein so kleines Wesen die Dunkelheit erhellen kann und mich wieder von Märchen träumen lässt.

  Marakoopa Cave Marakoopa Cave

Die Hälfte unserer Zeit ist schon rum, das beängstigt mich irgendwie.. Bevor ich in den Flieger nach Hobart gestiegen bin konnte es gar nicht schnell genug gehen, doch jetzt würde ich alles dafür tun, die Zeit anzuhalten, noch mal auf Anfang zu schalten und in aller Ruhe mein Abenteuer beginnen zu lassen. Aber so läuft das nun mal nicht.
Das nächste (oder vielleicht sogar DAS) Highlight schlechthin wartet im Nordwesten auf uns und wir können es kaum erwarten, endlich anzukommen. Ich spreche vom Cradle Mountain National Park. Der Overland Track ist eine der bekanntesten Wanderungen und führt 80km über die Bergketten des Cradle Mountains bis hin zum Lake St Clair National Park. Erfahrene Wanderer klappern diese Route in ca. 6-7 Tagen ab, da staunen wir schon nicht schlecht. Wir sind zwar euphorisch wie ein Welpe mit neuem Spielzeug, aber das ist dann doch eine Nummer zu groß für uns. Verena und Tobi machen sich auf Fotografentour rundherum um den Lake Dove, während Jannis und ich ein höheres Ziel haben; heute steht der Aufstieg zum Cradle Mountain Summit an (1145m)! Einige Pausen, verursacht durch Hitzewallung, Lachanfälle oder Essenszufuhr, verzögern unsere Zeitplanung ein wenig, trotzdem sind wir nach ca. 2,5h oben angekommen. Der Weg dorthin war alles andere als ein Spaziergang, denn die letzte Stunde mussten wir über loses Geröll klettern und das ohne erkennbaren Weg – zumindest für uns. Nichts desto trotz hat es sich gelohnt und wir werden mit einer atemberaubenden Sicht über die Bergkämme, die umher liegenden Wälder und Seen bezahlt. Ich fühle mich stärker als ich eigentlich bin, aber all diese Höhenmeter gewandert und geklettert zu sein gibt mir ein großartiges Gefühl, als hätte ich mir diese Aussicht wirklich verdient. 
„feeling young and wild and free“ passt wie die Faust aufs Auge, und gepusht von Stolz, Euphorie und reiner Freude machen wir uns wieder auf den Rückweg; wird aber auch höchste Zeit, denn ein Gewitter zieht auf und wir können von weitem die Blitze sehen und die darauffolgenden Donner hören.  Cradle Mt Cradle Mt Cradle Mt Marions Lookout Cradle Mt

Unsere Reise geht dem Ende zu und die Stimmung fällt auf einmal, nicht zuletzt wegen dem kontinuierlich schlechtem Wetter. Ein letzter Spaziergang um den Lake St Clair herum bis zum Platypus Bay soll uns noch mal auflockern, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Hobart machen. Dort besuchen wir an unserem letzten Tag das MONA, Museum of New and Old Art. Ich glaube ich hatte noch nie so viel Spaß an Bildung, aber die unterhaltsame Aufmachung der Ausstellungen animiert Besucher dazu, aktiv teilzunehmen, statt „nur“ vor Gemälden zu stehen und darüber zu philosophieren.

 

 Nach 10 Tagen in Tasmanien geht es für mich nun auf nach Auckland, wo ich Jacky endlich wiedersehe! Ich freue mich unheimlich auf diese Zeit, trotzdem bin ich traurig, dass die Tassie-Crew sich schon trennen musste.. Wir hatten eine Wahnsinnstour zusammen und ich glaube ich kann selbstsicher behaupten, dass wir alle eine Menge Spaß hatten. Jannis, Tobi & Verena: Spaß find’ ich auch blöd, aber ich mag euch trotzdem x
Tasmanien hat mein Herz erobert, dass heißt es kann in Neuseeland eigentlich nur noch besser werden :)

PART 2 OF ADVENTURE – HERE I COME!

Time to say good-bye

02März2014

Es ist  der Tag gekommen, auf den ich schon so lange gewartet habe. Endlich beginnt mein eigentliches Abenteuer, mein Traum geht in Erfüllung und ich werde durch Australien reisen, mit nichts mehr als meiner puren Euphorie und meinem Rucksack, in dem sich alles befindet, was irgendwie von Wichtigkeit ist. 

Es hieß nur noch, "Das ist das letzte Mal, dass Lisa für uns kocht" oder "Das ist das letzte Mal, dass Lisa euch in die Schule, zum Kindergarten und in die Childcare bringt". Freitagabend kommt Leslie nach Hause, legt mir ihre Hand auf die Schulter und sagt: Du hast es geschafft. Damit war mein 6-monatiger Job engültig beendet.

  • 15638400 Sekunden
  • 260640 Minuten
  • 4344 Stunden
  • 181 Tage
  • 25 Wochen, 6 Tage
  • 6 Monate
    In den Momenten selbst, vor allem wenn es nicht so gut läuft, habe ich immer gedacht, dass die Zeit niemals vergeht und ich irgendetwas verpasse. Aber nun, da meine Zeit wirklich zu einem Ende gekommen ist, bleibt ein eher mulmiges Gefühl.

    Samstag sind wir zum Brunch eingeladen, den Leslies Schwester für mich zum Abscheid organisiert hat. Ein vorerst letztes Mal sitzen wir alle zusammen am Tisch, knabbern genüsslich an aller Art von Leckerein, unterhalten uns angeregt und schwelgen in den Erinnerungen, die in den letzten 6 Monaten entstanden sind. Und auf einmal fühlt es sich erschreckend an, wie schnell die Zeit vergeht. Ein halbes Jahr habe ich mit den kleinen Rackern verbracht, ihre tägliche Routine geprägt und Ziele erreicht. Für jemanden, der nicht dasselbe erlebt hat, klingt das unbedeutend, aber Felix und ich haben es geschafft, dass er tagsüber keine Windeln mehr trägt! Emmett hat mit mir das Alphabet geübt und Oliver entwickelt sich von Tag zu Tag weiter, als würde jeden Tag ein anderer kleiner Mensch vor mir stehen. Auch wenn ich es nicht immer einfach hatte und die Jungs mich regelmäßig an die Grenze meiner Geduld getrieben haben, kann ich im Endeffekt sagen, dass ich stolz auf mich bin, diese Herausforderung gemeistert zu haben. Wir hatten unendlich viele kleine, aber wunderschöne Momente, die mir für immer im Gedächtnis bleiben (und den Kids mit ein bisschen Denkanstoß hoffentlich auch noch, wenn sie älter werden!).
    6 Monate in meiner Gastfamilie sind nun vorbei, und Teil 2 meines Australien-Abenteuers kann beginnen! ein letztes Familienfoto :)

    Unser Durchhaltevermögen muss natürlich gefeiert werden, deshalb gibt es Samstagabend nur eine Sache, die wir zu tun haben: Pizza bestellen. Zusammen fertig machen. Ab auf die Piste! Wir haben einen fantastischen letzten Abend zusammen verbracht, viel gelacht, jede Menge Spaß gehabt und getanzt, bis wir nicht mehr stehen konnten. Ich kann mich unendlich glücklich schätzen, zwei so gute Freundinnen wie Annika und Kathi gefunden zu haben, die mich durch meine Zeit in meiner Gastfamilie begleitet haben, die mich immer unterstützt, mir zugehört, mich in den Arm genommen, Spaß und Blödsinn gemacht haben. Diese zwei wundervollen Mädchen sind zu meiner Familie geworden, und durch diese zwei Mädchen ist meine Auslandserfahrung noch in anderer Hinsicht geprägt; ich habe noch einmal deutlich gelernt, wie wichtig es ist, gute Freunde im Leben zu haben! Vorerst trennen sich unsere Wege, da Kathi und Annika anderweitig reisen als ich, aber das nächste Wiedersehen findet wieder in Sydney statt, wo alles angefangen hat. Und danach regelmmäßig in Deutschland, darauf haben wir einen Pakt geschlossen! Falls ihr das selbst lest, lasst euch eins gesagt sein: Ich kann natürlich nicht wissen, wie meine Zeit hier verlaufen wäre, hätte ich euch nicht gehabt, aber darüber muss ich zum Glück nicht nachdenken, weil wir von Anfang bis Ende unzertrennlich waren und eine Erinnerung erschafft haben, die uns auch bis zum Ende unseres Lebens begleiten wird. Ich hab' euch lieb! x  ALLE SEXY! My gorgeous girls, I love you xxx

    Und nun, da mein letzter Tag angebrochen ist, geht's ans Packen. Ich muss versuchen, alles, was ich in den nächsten Monaten brauche, in meinem Rucksack zu verstauen. Klingt leichter gesagt als getan, aber durch mehrfaches Probepacken habe ich zumindest eine leise Ahnung, wie das Endergebnis aussehen soll. 
    Vorher:    
    Nachher:  


    Mission Rucksack packen: ERLEDIGT! Und ich bin sogar ziemlich gut im Gewicht; das Teil wiegt nur 13 Kilo. Ist insofern gut, weil ich 20 Kilo Gepäck gebucht habe bei den Flügen und dann noch was kaufen kann, zusätzlich ist es nicht ganz unpraktisch, dass ich den auch noch tragen kann, ohne hinten wieder umzukippen. 

    Heute Abend gibt es zum Abschluss noch ein Gericht meiner Wahl; Spagetthi Carbonara á la Greg. Danach ab unter die Dusche und rein ins Bett, die Nacht wird nämlich verdammt kurz mit ca. 4-5 Stunden Schlaf. Mein Flieger nach Hobart geht morgen früh um 06.05am; in Tasmanien verbringe ich dann die ersten 10 Tage meiner großen Reise. 

    Ich kann leider noch nicht sagen wann ich wieder Internetzugang habe um euch zu informieren und bei Laune zu halten, aber ich verspreche euch, dass ich mir alle Mühe gebe, weiterhin regelmäßig zu berichten, was es Neues gibt bei mir. Bleibt gespannt, ich bin es auch :) 



    Bis gand bald, viele Küsschen und ich denke an euch.
    xxx Lieselotte 
  •  

    Endspurt

    20Feb2014

    So langsam neigt sich meine Au Pair-Zeit dem Ende zu.. Ich glaube nicht, dass die Kids wirklich verstehen, wenn Leslie ihnen sagt, dass ich bald nicht mehr da bin. Na klar, denken sie sich, dann kann Lisa mir eben nicht mehr die Zähne putzen oder mein Lunchpaket fertigmachen oder meinen Kram hinterherräumen oder mit mir spielen. Auch für mich sind diese letzten 1,5 Wochen eine seltsame Zeit, weil sich bald alles verändert. 
    Seit Wochen, fast schon Monaten, dreht sich alles nur noch um meine Rundreise, ich verbringe meine Freizeit mit Internetrecherche, buche Flüge und Mietwagen, informiere mich über verschiedene Touren die wir auf unserer Reise unternehmen wollen usw. Zusätzlich kommt eine meiner Lieblingsaufgaben auf mich zu: Rucksack und Koffer packen. Ich muss irgendwie entscheiden, was ich mit auf Reisen nehme und was im Koffer hier bleibt. Deshalb hab ich mich heute zB mal auf den Boden gesetzt, mir meinen Rucksack vorgenommen und alle Kleidungsstücke rausgesucht, die ich evtl. mitnehme. Dazu wurden Haufen gemacht mit den Titeln "Ja, Nein, Vielleicht". Nein und Vielleicht sind direkt in den Koffer gewandert, denn ich kann keine extra Kilos gebrauchen! Meine liebsten Teile, zB meine hohen Schuhe oder Clutch, Beautykram wie Nagellack und Fußcreme etc. müssen alle hier bleiben, schweren Herzens. Aber ich muss natürlich auch bedenken, dass ich alles für die nächsten Monate auf meinem Rücken trage, mehr oder weniger zumindest. So in etwa sah das Spiel dann aus, es hat auch alles soweit gepasst, aber wie es dann läuft wenn ich wirklich nächstes Wochenende endgültig packe, ist nochmal eine andere Geschichte.  Australia, here I come mein Ihr müsst leider im Koffer auf mich warten beste Investition überhaupt! Ich kann aus 250gr Nylon einen Daypack zaubern! Perfekt zum Reisen, kann ich nur jedem empfehlen (30$ von BillaBong)

    Wenn ich bedenke, dass ich in 10 Tagen im Flieger nach Tasmanien sitze, platze ich fast vor Freude! Trotzdem denke ich momentan viel über meine Zeit in meiner Gastfamilie nach.. Ich habe 6 Monate mit diesen Menschen zusammengelebt, sie sind zu meiner zweiten (oder dritten ;)) Familie geworden, ich habe jeden Tag mit den Kindern verbracht und das alles war mein Alltag. Mir wird es fehlen, dass Felix in mein Bett gekrochen kommt um mich zu wecken, dass ich fluchend in irgendwelche Lego-Teilchen trete, die Oliver auf dem Boden liegen lässt oder dass Emmett mich mit seiner sehr wilden Fantasie zum lachen bringt. Ich versuche also, meine letzten Tage so gut es geht zu genießen. I'll miss my little monkey! 

    St Kilda Festival & Moonlight Cinema

    10Feb2014

    Da die Zeit immer knapper wird, was uns eigentlich freut, andererseits aber auch ein bisschen das Gefühl gibt, in den letzten Wochen noch so viel wie möglich zu unternehmen, war dieses Wochenende zur Abwechslung nochmal vollgepackt mit schönen Dingen!
    Nach meiner 50h-Woche bin ich Freitagabend eher aus dem Haus gerannt statt es nur zu verlassen - ich musste einfach mal wieder vor die Tür, ohne die Kinder, selbstverständlich. Jacky und ich waren verabredet um uns einen gemütlichen Abend in der Stadt zu machen, in irgendeiner schnuckeligen Bar. Das war ein brillianter Plan, wären die öffentlichen Verkehrsmittel nicht überall auf diesem Globus total unfähig, klare Ansagen zu machen geschweige denn zuverlässig zu sein. So standen wir also erstmal eine gute Stunde am Bahnhof, bevor der nächste Zug in die Stadt fuhr; da es Freitagabend war, versammelten sich nach einigen Minuten ca. 70 Leute um uns herum (nein, ich habe nicht gezählt, und wenn es nach mir gehen würde, was es eigentlich geht, also kann ich's immer noch machen, standen ca. TAUSEND Menschen um uns herum!), die alle auf den gleichen Zug warteten. Wie auch immer, schlussendlich haben wir die Innenstadt doch noch erreicht und war in einer eher unauffälligen Bar mitten auf dem Yarra River, Ponyfish Island genannt. Für günstige 4$ habe ich mir einen Limonade gegönnt (ich trinke seit 6 Monaten nur Leitungswasser das nach Chlor schmeckt, ist also schon erwähnenswert, die Blutorangenlimo), aber die Aufregungen waren es dennoch wert, denn bei klarem Himmel ist der Ausblick auf die Skyline einfach atemberaubend und ich muss wieder einmal seufzen, denn Melbourne ist und bleibt eine der schönsten Städte, die ich bisher gesehen habe! SOHO! Melbourne Skyline @ night Jacky & ich

    Bei 42 Grad steht die Frage, was ich an meinem freien Samstag machen könnte, nicht lange in der Luft. Mir stehen zwei Möglichkeiten offen: 1. nach Chadstone fahren zum Shoppen. 2. nach St Kilda/Brighton an den Strand fahren und vor mich hin brutzeln. Nummer 1 fällt aufgrund des mangelnden Millionenbetrages auf meinem Konto leider raus, weshalb ich mich auf den Weg ins kühle Nass begebe. Nach stundenlangem sonnenbaden lasse ich den Abend ganz in Ruhe ausklingen, mache ich bisschen Beautyprogramm (fließendes Wasser muss ich in meinen letzten Wochen ja noch ausnutzen, und meine Palette an verschiedenen Nagellack-Tönen muss ich auch zurücklassen...) und gehe dann früh schlafen; Sonntag steht ein straffes Freizeitprogramm an!

    Seit ca. einer Woche ist das St Kilda Streetfestival in vollem Gange und am letzten Tag wagen auch wir uns dorthin; Jacky, Kathi und ich. Meine ersten Eindrücke:
    - die Straßenbahnen sind so überfüllt, dass man teilweise 40 Minuten auf einen freien Platze warten muss
    - die Menschenmenge bemerkt man schon 7km bevor das eigentliche Festivalgelände eröffnet ist
    - bei 38 Grad sind öffentliche Verkehrsmittel noch uncooler als eh schon
    - ein frischer Fruchsmoothie ist unerlässlich!
    Nach einiger Zeit in der Tram kommen wir dann also auch in St Kilda an und lassen uns von der Menge mitziehen. Das alles wirkt wie eine riesige Kirmes, mit allen möglichen Ständen und Buden, aber auch riesigen Bühnen, die Livemusik zur Unterhaltung stellen, Kinderbespaßung, jeder Menge essen und an jeder Ecke die Möglichkeit, einen Tag einfach mal alles nur auf sich einwirken zu lassen. Trotz der unfassbaren Anzahl an Menschen und dem Strom, der durch die Straßen zieht, was beides ein wenig mit mulmigen Gefühl an die Loveparade 2010 erinnert, kommt dort nicht im geringsten Panik auf. Auch zwischen tausend Menschen wird kaum gedrängelt, und wenn man doch mal angerempelt wird, gibt's sofort die Wiedergutmachung in Worten "Hey mate, sorry, are you alright? Sure, have a nice day!". The Buck starts here St Kilda Esplanade  St Kilda Esplanade crowded Luna Park girls girls girls xxx Sushi zum Dinner

    Zum Abschluss des Tages fahren wir nochmal in die Stadt selbst und treffen uns mit den anderen Mädels im botanischen Garten; dort wird in den Sommermonaten jeden Tag eine riesige Leinwand aufgebaut und es werden ganz verschiedene Filme präsentiert, von Klassikern bishin zu den neuesten Kinoerscheinungen, das so genannte Moonlight Cinema. Ausgerüstet mit Picknickdecke, Strandhandtüchern zum zudecken und jeder Menge Snacks kuscheln wir uns alle aneinander und genießen den Film "About Time".  Moonlight Cinema Jacky & ich hoch leben die Handyfotos! Sehr schön war's!

    Zwischenmeldung

    04Feb2014

    Mein letzter Monat ist nun endlich angebrochen! An sich ist alles beim Alten, man merkt keinen Unterschied zu den ganzen Monaten zuvor, und doch liegt genau da der entscheidende Punkt: ich bin nun schon seit über 5 Monaten in Australien, am anderen Ende der Welt, dem kleinen Fleck rechts unten auf der Weltkarte. Melbourne wurde zu meinem zweiten Zuhause, ich habe mich schon längst an das Leben hier gewöhnt, hab mir meinen Arbeitsalltag wie auch Freizeit aufgebaut und gestaltet. Einerseits ist es wirklich erstaunlich, dass ich durch meinen langen Aufenthalt hier diese einzigartige Stadt so gut kenne wie keine andere, schon gar nicht mehr als Tourist auffalle und sogar nach dem Weg gefragt werde, was ich mittlerweile richtig gut drauf habe, auch wenn Orientierung nicht wirklich zu meinen Stärken zählt.. Wie auch immer, worauf ich hinaus will, ist, dass ich ein zweites Zuhause gefunden habe, die "most liveable city" auf der ganzen Welt! Auf der anderen Seite habe ich so langsam Hummeln im Hintern. Dieser Kontinent ist so riiiiiiesig groß und selbst Einheimische haben in 100 Jahren noch nicht alles entdeckt, was es zu sehen gibt, und ich als Reisende hocke seit Monaten nur auf einem Fleck. 
    Zum Glück habe ich nun ein klares Ziel vor Augen: einen Monat arbeite ich noch als Au Pair bei den Reddens, noch 4 Wochen die Kinder bespaßen, noch 3 Wochenenden, an denen ich etwas mit meinen Freundinnen unternehmen kann. Ich kann es kaum erwarten, endlich loszulegen! Aber genau so wird es eine große Veränderung sein, mich von allem zu entfernen, mein gewohntes Umfeld (schon wieder) zu verlassen, mich von meinen neuen besten Freundinnen zu verabschieden, ein heimatloses und rastloses Leben für ein paar Monate zu beginnen.. Genau so habe ich mir mein Abenteuer vorgestellt, deshalb freue ich mich auch so unheimlich darauf, aber ich habe so die leise Ahnung, dass mir einige Dinge fehlen werden. Alleine die Tatsache, monatelang in keinem Bett zu schlafen, keinen vollen Kühlschrank vorzufinden und kein eigenes Badezimmer zu haben wird Herausforderung genug sein! Aber diese nehme ich gerne an, nichts lieber als das, denn dafür bin ich doch hergekommen, meine ich mich zu erinnern.

    Deshalb dreht sich im Moment alles um die Vorbereitungen meiner verschiedenen Trips. Ich muss Ziele raussuchen, mich über diese Orte informieren, nach den günstigsten Flügen jagen, Mietwagen vergleichen und buchen, mir Unternehmungen einfallen lassen etc. pp. Meine Reise ab März nimmt langsam aber sicher Form an; die Daten stehen fest und es gibt kein Zurück mehr - wozu auch? Darauf warte ich schon seit Jahren! Alles weitere im Detail erfahrt ihr natürlich wenn es soweit ist, aber hier gibt's schon mal einen kleinen Überblick, was in den nächsten Monaten auf mich zukommt (und weil ich weiß, dass es meinen Papa beruhigt, zu wissen, wo ich unterwegs bin, das, für den Fall, dass etwas passiert, er sich SOFORT in den Flieger setzen kann und in null-komma-nichts, praktisch gesehen quasi 1,5 Tage, auch hier in Australien landen könnte, um mich zu retten, weil ich wegen einer Spinne einen Heulkrampf bekommen habe, oder so ähnlich):

    03.März - 13.März: TASMANIEN (mit Jannis und Verena)
    13.März - 28.März: NEUSEELAND (mit Jacky)
    28.März - 06.April:  SYDNEY (bei Maggy)
    06.April - 18.Mai:    ROADTRIP OSTKÜSTE (mit Lisanne)
    18.Mai - 21.Mai:     DARWIN (mit Lisanne)
    22.Mai -  26.Mai:    ALICE SPRINGS (mit Lisanne)
    27.Mai - 02.Juni:    MELBOURNE (ein letztes Mal bei meiner Gastfamilie..)
    02.Juni - 06.Juni:   SINGAPUR (bisher allein, wer weiß, wen ich bis dahin noch finde. Falls sich unter meinen begeisterten Lesern jemand finden sollte, der zufällig Zeit, Lust und Kohle hat, sich mit mir 3 Tage diese Stadt anzusehen - immer her mit den Freiwilligen!)

    Und am 07. Juni lande ich dann (endlich) wieder auf deutschem Boden :)

    HAPPY AUSTRALIA DAY

    26Jan2014

    Passend zum Anlass des Australia Day am 26. Januar verbringe ich mein Wochenende mit unserer einzigen australischen Freundin Riahna. Samstagabend treffen wir uns in ihrer Wohnung und sofort beginnt der Blödsinn.. Sie sagt, sie habe die ehrenvolle Aufgabe, uns zu zeigen, was wirklich typisch Aussie ist. Nachdem sie uns in Karohemden und blaue Tanktops gesteckt hat, bekommt jeder noch ein Accessoire dazu; Timtams, ne Dose Bier und natürlich Footie! Außerdem machen wir Nachos á la Riahna (etwas seltsam, aber immerhin ist sie die "Einheimische"), schauen einen Film und haben ne Menge Spaß zusammen - ein richtiger Mädelsabend.  girls' night Taccos á la Riahna the aussie way! jede Menge Blödsinn
    Der eigentliche Feiertag beginnt gebührend mit Pancakes und Ahornsirup, australischer Musik und der schönen Nachricht, dass der Montag nach oder der Freitag vor einem Feiertag, der auf ein Wochenende fällt, auch frei ist, weil es sonst unfair wäre, wenn man den Arbeitstag dann nicht ersparen kann - logisch, oder? Zuhause angekommen beschmücke ich mich ein wenig mit Gesichtsfarbe, bevor es zum BBQ bei meiner Nachbarin geht. HAPPY AUSTRALIA DAY Aber mein eigentliches Highlight folgt danach.. Mit Riahna treffe ich mich wieder in der Stadt, wir schlendern den Hafen von Docklands entlang, genießen die warme Abendbriese und den Geruch nach Popcorn und Zuckerwatte, bis das Feuerwerk zu Feier des Tages entfacht wird und alle Leute um uns herum staunen, singen, tanzen, sich freuen und ihr Leben lieben. Riahna rules!
    Mir wird wieder bewusst, wie besonders diese Erfahrung für mich ist und wie wertvoll all diese Erlebnisse sind, auch wenn ich es in dem Moment selbst vielleicht noch nicht merke. Australien ist und bleibt der Innbegriff meiner Vorstellung von Lifestyle, Freiheit und Unabhängigkeit, die ich bald, auf meiner großen Reise, erst richtig entdecke und erleben werde. Ich kann's kaum erwarten!
    Bis dahin sind es nur noch 5 Wochen, 35 Tage, um genau zu sein. Über meine genauen Reisepläne informiere ich euch sobald wie möglich; wenn alles gebucht ist, gibt's bald einen kleinen Überblick :) 

    "Heimaturlaub"

    25Jan2014

    So aufgeregt war ich hier in Australien schon lange nicht mehr. Als ich Sonntagnachmittag am Bahnhof stehe, mich hektisch umschaue und ständig auf mein Handy starre, könnte man meinen, mit mir stimmt irgendwas nicht. Nach Minuten der Anspannung entdecke ich sie endlich, meine Freundin aus Deutschland, frisch gebräunt vom Ostküsten-Urlaub und bepackt mit großem Rucksack und Koffer. Es ist ein ganz unwirkliches Gefühl, Leona in die Arme zu schließen und vor Überwältigung fließen dann auch ein paar Tränen. Es ist als hätten wir uns seit Jahren nicht gesehen und trotzdem ist es so, als wären wir nie getrennt gewesen. Natürlich haben wir unendlich viel zu erzählen und schon jetzt kommt es uns so vor, als würde die Zeit nicht reichen, in der sie bei mir bleibt.
    Die ersten zwei Nächte verbringt sie im Hostel, also haben wir ihr Gepäck dorthin verfrachtet (und wurden von den anderen Bewohnern etwas schockiert..) und uns danach auf den Weg in die Stadt gemacht – unser Wiedersehen muss gefeiert werden! Wir enden in der Lygon Street im Stadtteil Carlton, liebevoll „Little Italy“ von Melbourne genannt, und genießen den Abend mit frisch gemachter Pasta und Limonade. Es tut unendlich gut, eine Freundin um sich zu haben, wir reden und reden für Stunden, bis ich dann nach Hause muss, weil am nächsten Morgen wieder die Kids auf mich warten. REUNION!
    Um Leona möglichst viel von meiner „Heimat“ zu zeigen, habe ich einen mehr oder weniger straffen Plan für die Woche zusammengestellt. Dieser beginnt Montag mit einem Besuch im Zoo, weil ich das mit der Kinderbespaßung in den Ferien gut verbinden kann. Abends ist meine Freundin zum Dinner bei uns Zuhause eingeladen und wird von meinem Gastvater aufgefordert, die nächsten Nächte bei uns zu übernachten, bis sie nach Hause fliegt – glaubt mir, er hätte uns kein größeres Geschenk machen können und wir sind überglücklich, dass wir jetzt zusammen sein können, und zwar den ganzen Tag!  Selfies ohne Ende Bussy xxx

    Dienstag machen wir ein bisschen Sightseeing, fahren mit der City Circle Tram nach Docklands um uns den Hafen anzuschauen und laufen dann die Southbank Promenade am Yarra River entlang zurück zur Flinders Street. Da ich nachmittags arbeiten muss, stürzt Leona sich selbst in die Stadt und stößt abends erst wieder zu uns. 
    Am folgenden Tag geht’s weiter mit der Kulturreihe Melbournes: wir besuchen die Royal Botanical Gardens, schauen uns den „Shrine of Rememberance“, ein Kriegsdenkmal, an, fahren nach St Kilda an den Strand und laufen den Pier entlang. Shrine of Rememberance Freundinnen-Foto Skyline Melbourne Wir vermissen zwei Blondinen!
    Abends, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe, machen wir uns noch mal auf den Weg und fahren in den 88. Stock des Eureka Towers, um vom Skydeck aus die Skyline Melbournes im dunklen zu sehen; ein atemberaubender Ausblick, der natürlich auf Grund des verspiegelten Glases keine guten Bilder verspricht, aber ich habe es trotzdem versucht..  Zum Abschluss fahren wir auf die Queen Victoria Night Markets, um noch einen Mitternachtssnack zu naschen – Crêpes mit Nutella und frischen Erdbeeren, yummy.  St Kilda beach St Kilda Pier Kaffeepause Art Center Eureka Skydeck Melbourne @ night Melbourne @ night Mitternachtssnack

    Als Leona in Melbourne ankam dachte ich nur: So’n Mist, da hat sie ja genau das richtige Wetter erwischt, typisch. Aber am Donnerstag klart es überraschenderweise auf, also packen wir unsere Strandtaschen und fahren nach Brighton an den Elwood Beach, wo wir den gaaaaaanzen Tag in der Sonne brutzeln, im Meer schwimmen, Eis essen und unsere mindestens 5000 Wörter verbrauchen.  Skyline Melbourne Elwood Beach Elwood Beach sonnenbaden xxx

    Unseren letzten gemeinsamen Abend verbringen Leona und ich auf der Couch und machen einen richtigen Mädelsabend, wie Zuhause: mit einem schönen Film, Beautyprodukten und Schokolade! Als wir so über ihren Abschied und ihre Ankunft Zuhause sprechen, wird mir ein wenig komisch.. Ihre Reise ist schon zu Ende, wobei mein Abenteuer noch gar nicht richtig angefangen hat. Sie sieht ihre Familie und Freunde in 24h wieder, ich muss hingegen noch 5 Monate warten. Nicht, dass ich übermäßig Heimweh hätte, im Gegenteil, ich freue mich riesig auf meine Rundreise und kann’s kaum erwarten, wenn’s endlich losgeht, aber ich muss zugeben, dass ich ein bisschen neidisch bin. letztes gemeinsames Foto in Australien :(
    Ich vermisse meine Mama und meinen Papa und meinen Bruder und meinen Pauli und die zwei Hottas und meine Freundinnen, den Rest meiner Familie und natürlich Chrisi unheimlich. Aber wisst ihr was? Mein Rückflug ist jetzt endgültig gebucht – ihr dürft mich ab dem 07. Juni wieder willkommen heißen und euch mit mir rumschlagen; ICH KOMME NACH HAUSE! 
    P.S.: Das sind nur noch 130 Tage :) 

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